Hagen-Quartett in der Glocke

Veröffentlicht von Christian Holst am

Gestern war ich in einem sehr beeindruckenden Konzert des Hagen-Quartetts im Kleinen Saal der Glocke – übrigens ein wirklich miserabler Konzertsaal, da man alle paar Minuten das Grollen der draußen vorbeifahrenden Straßenbahnen hört. Bei Bruckner wäre das vielleicht nicht so wild, aber bei Kammermusik ist das eine ziemliche Beeinträchtigung. Trotzdem war es ein tolles Konzert. Überhaupt macht mir Kammermusik zumeist nur live wirklich Spaß, da es hier noch mehr als bei Orchestermusik auf feinste Nuancen ankommt, die vom Mikrofon nur schwer einzufangen und von Verstärker und Lautsprecher nur schwer wiederzugeben sind. Besonders deutlich wurde das an Janáčeks Streichquartett Nr. 1, einer wirklich packenden Mischung aus avancierter Tonsprache und unmittelbarer emotionaler Intensität. Vorab gab es ein Quartett von Haydn, was mich wieder einmal in der Überzeugung bestätigt hat, dass dessen Musik ein echtes Vergnügen ist, wenn sie gut und mit viel Sinn und Verstand gespielt wird. So, wie es gestern der Fall war.


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