Im Kino: Der Knochenmann

Veröffentlicht von Christian Holst am

Die ersten beiden Filme aus Wolf Haas‘ Krimi-Reihe über Detektiv Brenner waren super: «Silentium» noch besser als sein Vorgänger «Komm, süßer Tod». Jetzt gibt’s mit dem «Knochenmann» den dritten im Kino, der allerdings ziemlich «over the top» ist. Als sei er von Tatort-Autoren auf Speed verfasst worden. Ländliche Beschaulichkeit, ein Sohn, der nicht aus dem Schatten des Vaters entkommt, ein paar kauzige Typen und einen sympathisch unkonventionellen Ermittler – das alles sind typische Zutaten für einen schönen Tatort. Hier wird das Ganze mit ein paar dramaturgischen Tischfeuerwerken aufgemotzt: Rotlichtmilieu, Kannibalismus (zwar ahnungsloserweise, aber immerhin), Mundart, Transsexualität und ein Knochenhechsler im Dauereinsatz. Man wundert sich fast, dass der besagte Sohn am Ende nicht noch sein Coming out hat, ein Inzestfall ans Licht kommt und ein verloren geglaubtes Kind wieder auftaucht. Ich fand es allerdings auch ohne das schon ein bisschen zu viel des Guten.

Spannend ist der Film trotzdem und natürlich gibt’s auch wieder den ebenso trockenen wie schwarzen Humor – Brenner-Darsteller Josef Hader hat schließlich wieder am Drehbuch mitgeschrieben. Unterm Strich will der Film aber einfach zu viel und bei dem Lärm, der mit dramatischen Mitteln gemacht wird, war die Geschichte für meinen Geschmack zu vorhersehbar und zu wenig raffiniert.


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