Fingerübung für Fortgeschrittene

Veröffentlicht von Christian Holst am

Während Virtuosität bei klassischen Instrumenten eine zwingende Voraussetzung ist, um musikalisch überhaupt ernst genommen zu werden, gilt es in der Pop- und Rockmusik nicht selten als Angeberei oder gar als verkünstelndes Element, das dem unmittelbaren emotionalen Ausdruck im Wege steht. Das ist freilich ein Missverständnis, denn die Virtuosität, also die absolute technische Beherrschung eines Instruments, ist die Bedingung für nuancierten, tiefen Ausdruck. Allerdings kann sie auch zur reinen Fingerübung reduziert werden, was zwar beeindruckend, aber nicht bewegend ist. Aber am Sport fasziniert auch die Überwindung vermeintlicher körperlicher Grenzen. Warum sollte man dann nicht auch an diesen zwei Interpretationen von Paganinis Caprice Nr. 24 Vergnügen finden – einer Komposition, die ohnehin eher sportlich als musikalisch intendiert ist?

Das beste hieran ist in meinen Augen dieses unbestechliche Pokerface.

Wer es lieber rockig mag, ist mit dieser Version von Dr. Viossy besser bedient:

Kategorien: Musik

2 Kommentare

Ingve · 21. Dezember 2009 um 16:27

Beide Versionen haben ihren Reiz. Mir persönlich gefällt die Zweite besser weil sie durch den Metal-Style einen „augenzwinkernden“ Unterton bekommt.

Christian Holst · 22. Dezember 2009 um 21:14

Das stimmt. 🙂 Aber sie verkommt auch noch mehr zur virtuosen Selbstbefriedigung.

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