Facebook-Sucht stopft Winterloch

Veröffentlicht von Christian Holst am

In der Schweiz machte in den letzten Tagen eine Studie mit dem Titel «Facebookless» Schlagzeilen. Für diese Studie wurden 50 «Heavy Facebook Users» rekrutiert, die einen Monat lang auf Facebook verzichten sollten. Das nicht sonderlich überraschende Fazit der Studie: Vielnutzern fällt es zunächst nicht leicht auf Facebook zu verzichten. Überzeugte Sportler, Raucher, Kaffeetrinker, Autofahrer oder Fleischesser würden sicher ähnliches berichten, wenn sie einen Monat lang auf ihre Leidenschaft verzichten würden. Auch, dass man konzentrierter arbeitet, wenn man nicht alle fünf bis zehn Minuten die Live-Meldungen checkt, liegt auf der Hand. Alles also eigentlich wenig spektakulär und aufgrund des Studiendesigns wenig aussagekräftig und verallgemeinerbar.

Witzig war, was draus gemacht wurde: Im persönlich heisst es recht sachlich: «Wichtige Erkenntnisse zu Facebook. Vertiefte Studie zur Nutzung der Social Media Plattform». Die Weltwoche titelte etwas tendenziöser «Glücklich und süchtig nach Facebook» und verglich die Macht von Facebook auf Menschen mit der einer Sekte. In der 20 Minuten hieß es sogar: «Ohne Facebook ausgegrenzt? Laut einer Studie fühlen sich viele (sic!) Schweizer ohne Facebook-Zugang sozial isoliert. Experten warnen vor einer hohen Suchtgefahr.»

Winterloch, oder was?

Kategorien: Web

3 Kommentare

C. Henner-Fehr · 2. Februar 2010 um 17:27

Gibt es die Studie irgendwo zu lesen? Ohne die Interpretationen der Printmedien? 😉

Nancy · 17. Februar 2010 um 17:37

Hohe Suchtgefahr? Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich finde Facebook ziemlich nervend. hat man einmal einen Account gemacht, lässt er sich nie wieder löschen. Zudem ist es dort sehr unübersichtlich und kompliziert. Ich finde es gibt bessere Portale auf denen man sich aufhalten kann. Es wird viel zu viel Wirbel um Facebook gemacht. Erst war es Twitter, und nun kommt Facebook nicht mehr aus den Medien raus. ich hoffe der Rummel um dieses Portal legt sich bald wieder.

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