Kultur auf den Fahrersitz

Veröffentlicht von Christian Holst am

Lese gerade ein Superbuch mit dem Titel »Wir nennen es Arbeit«. Darin geht es grob gesagt um die immer größer werdende Gruppe der digitalen Bohème. Damit sind Leute gemeint, die auf einen festen Anstellungsvertrag verzichten und mit Hilfe neuer Technologien, insbesondere des Internets, freiberuflich und damit selbstbestimmt arbeiten. Es passt zu der Diskussion um das (bedingungslose) Grundeinkommen, da es eben auch die Vollbeschäftigung für abgehakt erklärt und Leben propagiert, das auf eigener Initiative und freien Entscheidungen basiert.

Ganz unabhängig davon ist ein anderer Gedanke, den ich aber auch sehr interessant und treffend formuliert fand, nämlich dass und wie die Grenze zwischen Kultur und Wirtschaft verschwimmt, obwohl beides ja häufig für sehr gegensätzlich gehalten wird. »Indem sie die eigenen Inhalte selbst vermarktet und dadurch professionelle Mittelsmänner ausschaltet, steigt die digitale Bohème gewissermaßen vom Kofferraum in den Fahrersitz und bestimmt dadurch, welche zukünftige Entwicklungsrichtung die Kultur- und Medienindustrie nehmen wird.« (S. 41) Schön gesagt, oder?


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*