Ende der Einwegkommunikation

Veröffentlicht von Christian Holst am

Die Zeit berichtet in der aktuellen Ausgabe über die Macher der Documenta XII. Ich habe nicht nur aufgehorcht, weil mir der Name Roger Buergel noch aus Lüneburg bekannt vorkam, wo er den Kunstraum mit aufgezogen hat, sondern auch, weil er und seine Frau als Documenta-Macher einige interessante Ideen haben. Zum einen ist es erfrischend, dass sie offenbar auf intellektuelles Geschwurgel verzichten und Kunst einfach Kunst sein lassen wollen (Punkt 1). Bemerkenswert ist aber auch die Idee, für das Publikum Raum zu schaffen, in dem es sich über die Ausstellung austauschen kann (Punkt 5). Bemerkenswert deswegen, weil man in den altehrwürdigen Kulturinstitutionen normalerweise damit allein gelassen wird, weil diese Institutionen (ich zähle Ausstellungen der Einfachheit halber dazu) nach jahrhundertealter Einwegkommunikation vom Künstler zum geneigten Bildungsbürger funktioniert. Dabei sollte Buergels Idee Vorbildfunktion haben, auch z.B. für Theater, die sich selbst zwar gerne als Foren stilisieren, in denen sich die tabulose Selbstreflexion der Demokratie vollzieht, die aber bis heute fast ausschließlich eindimensionale Kommunikationsformen nutzen.


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