Dramentheorie reloaded: Steve Jobs Produktinszenierungen

Veröffentlicht von Christian Holst am

Welche Bedeutung kulturelle Kompetenz heute für ökonomischen Erfolg hat, zeigt der amerikanische Journalist Carmine Gallo, der sich mit Steve Jobs Präsentationskunst beschäftigt und darüber ein ganzes Buch verfasst hat. Er zeigt, dass die Produktvorstellungen von Apple nicht einfach Produktvorstellungen sind, bei denen die neuen Features der Geräte vorgestellt werden, sondern genau einstudierte Inszenierungen, denen die Fans ebenso entgegenfiebern, wie andere Leute der Eröffnung der Salzburger Festspiele oder der neuen Robert Wilson-Inszenierung. Gallo spielt auf das theatrale Gespür von Jobs an, wenn er seine Analyse in verschiedene Akte unterteilt und die dramaturgischen Funktionen von Jobs Präsentationsmitteln beschreibt.

Wenn man den hochtrabenden Vergleich nicht scheut, dann ist das fast so etwas wie die Dramentheorie der szenografischen Ökonomie. Allerdings: Während sich die klassische Tragödie über fünf Akte erstreckt — mit den Stationen Exposition, erregendes Moment, Peripetie (Höhepunkt), retardierendes Moment und Katastrophe — kann es nicht verwundern, dass Theorie guter Produktinszenierung nur drei Akte kennt. 🙂

Via Lummaland.


2 Kommentare

raischa · 18. Januar 2010 um 21:18

Netter Beitrag 😉 Aber ist so eine Inszenierung doch nicht nur bei Jobs zu beobachten, sondern wohl generell in der Landschaft der Großunternehmer und Konzerne. Wie du dich verkaufst, so verkaufst du – ich sollte aufs Marketing umsatteln 😉 Ob ichs lesen werde … Mal schauen 🙂

Christian Holst · 19. Januar 2010 um 20:40

Das stimmt, das ist nicht nur Steve Jobs, es betrifft wohl die meisten exklusiveren Marken (nespresso, BMW usw.). Ich habe es an diesem Beispiel festgemacht, weil es dazu gerade dieses Buch gibt.

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