Chefsache Geistiges Eigentum

Veröffentlicht von Christian Holst am

Im Umgang mit einem Problem lässt es die deutsche Kreativwirtschaft seit langem an Kreativität mangeln: bei dem Problem der Raubkopien. Zum Tag des Geistigen Eigentums haben zahlreiche Künstler in einem offenen Brief die Bundeskanzlerin aufgefordert, sich um dieses Problem zu kümmern. Merkels Unterstützungszusage hat nicht lange auf sich warten lassen. Auch Kulturstaatsminister erweist sich erneut als Handlanger der Kulturindustrie-Dinos (vgl. Eintrag vom 23.4.) und schmeißt ein paar Ideen in die Runde.

Auch wenn das jetzt zur Chefsache gemacht wird, wird es ein Kampf mit der Hydra bleiben. Die pfiffigeren Künstler haben das längst verstanden und ihr Geschäftsmodell angepasst. Anstatt ihre Fans zu kriminalisieren, verschenken sie ihre Musik und verdienen ihr Geld mit Merchandising und Konzerten. Erlebnisse lassen sich nicht verlustfrei vervielfältigen wie digitale Dateien.

Wer dies nicht langsam versteht, wird am Ende nicht nur den Kampf gegen die Raubkopierer und Co. verlieren, sondern auch gegen die, die sich frühzeitig auf die neuen Gegebenheiten eingelassen haben.

Fefe nennt noch einen weiteren Grund, warum man sich als Konsument nicht zuviel Sorgen machen muss:

bisher hat die Merkel noch alles mit Pauken und Trompeten verkackt, was sie zur Chefsache gemacht hat.

🙂

Gefunden bei Svens Blog.


2 Kommentare

Christian · 28. April 2008 um 20:50

Jeremy Rifkin hat schon vor einigen Jahren geschrieben, dass wir nur noch für den Verbrauch und nicht für den Besitz zahlen werden. Daran können auch Briefe an die Kanzlerin nichts ändern.

CH · 29. April 2008 um 9:49

Wobei in den Tauschbörsen natürlich auch nicht für den Verbrauch gezahlt wird. Aber das Leasingmodell, dass du beschreibst, ist ja nicht nur in der Kreativbranche schwer im Kommen.

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