Sprachverfall ist nur Sprachwandel

Veröffentlicht von Christian Holst am

Gerade bin ich auf einen sehr lesenswerten, erfrischenden Artikel des Germanisten Rudi Keller gestoßen, in dem er sich mit dem angeblichen, vielerseits beklagten Verfall der deutschen Sprache beschäftigt. Er zeigt anhand sehr sinnfälliger Beispiele, dass diese Sorge eigentlich unbegründet ist, dass die Fehler von heute die Regeln von morgen sein werden und dass das schon immer so gewesen ist.

»Sprachzustände sind keine Endzustände von Prozessen, sondern flüchtige Episoden in einem potentziell unendlichen Prozess kultureller Evolution.« So bringt Keller seinen Ansatz auf den Punkt. Allein schon sein Stil zeigt, dass er damit einem unbedachten Umgang mit Sprache sicher nicht das Wort redet. Eher im Gegenteil, denn unbedacht ist es in seinen Augen, Sprache für statisch zu halten und mit dem (derzeit) regelkonformem Gebrauch des Genitivs oder des Kausalsatzes gleich das gesamte Abendland untergehen zu sehen.


2 Kommentare

beisasse · 3. Juli 2008 um 19:34

danke. – die selbsternannten sprachkolumnisten, die mit bürgerlichem dünkel verbale entgleisungen von politikern, werbern und ghetto-ausländern etc. „entlarven“ sind einfach jämmerlich! da hilft es sicherlich, wenn jemand mal sagt: ist doch halb so schlimm!

CH · 3. Juli 2008 um 22:38

Aber über Bastian Sick lachen musstest du dann trotzdem! 😉 Aber darüber zu lachen bedeutet ja auch nur: ist doch halb so schlimm!

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