Die Schweizer stARTcamp-Premiere

Veröffentlicht von Christian Holst am

Vielleicht soll es die stARTconference aber auch gar nicht mehr geben? Vielleicht hat sich die Spirale der Begeisterung zu drehen aufgehört und Social Media ist bei uns allen soweit im Alltag angekommen, dass es dazu gar keiner Konferenz mehr bedarf? Vielleicht ist der Weg nach Duisburg zu weit, wo doch in Köln, München, Dresden, Frankfurt und Berlin stARTcamps organisiert werden, die zeigen, dass das stARTuniversum in den letzten Jahren gewaltig gewachsen ist? Vielleicht hat das klassische Konferenzformat ausgedient und wir alle finden viel mehr Gefallen an der Barcamp-Atmosphäre?

Das schrieb Christian Henner-Fehr im Frühjahr 2012 nachdem der Versuch gescheitert war, die stARTconference über Crowdfunding zu finanzieren. Tatsächlich war es dann so, dass die Camps an die Stelle der Konferenz getreten sind und für das weitere Wachstum des stARTuniversums sorgten. 2010 gab es ein stARTcamp in Essen. Im Jahr darauf waren es bereits zwei, ein weiteres Jahr später drei – jedes Jahr eins mehr. 2015 werden wir auf sechs stARTcamps kommen. Ende dieses Jahres werden es somit 16 stARTcamps in 10 verschiedenen Städten gewesen sein.

Das Format breitet sich also nicht nur zahlenmässig aus, sondern auch geographisch: Nach dem ersten österreichischen stARTcamp im Jahr 2013 steht nun am 7. September endlich auch die Schweizer Premiere bevor. Wer weiß – vielleicht gibt es irgendwann auch das erste stARTcamp, das nicht in deutscher Sprache abgehalten wird?

Eine Sache, die die stARTcamps in meinen Augen so erfolgreich macht, ist dass sich ihre Form und ihr Gegenstand so gut entsprechen. Die Teilnehmer reden über Kultur im Netz nach den Regeln der Netzkultur. Jeder kann und soll sich einbringen, jeder ist Sender und Empfänger zugleich, es geht weniger um Expertenwissen, das vom Rednerpult herabgepredigt wird, als vielmehr um Austausch. Die dezentralen Strukturen des digitalen Netzes machen auch die Struktur des nichtdigitalen stART-Netzes aus. Insofern ist Christians eingangs zitierte Frage, ob das klassische Konferenzformat ausgedient hat, durchaus berechtigt. Trotzdem ist aber auch die Hoffnung nicht gestorben, irgendwann doch auch mal wieder eine Konferenz veranstalten zu können, quasi als großes Familienfest aller stARTcamps.

Aber erstmal freue ich mich – nachdem ich die ersten beiden stARTconferences mit organisieren durfte – nun endlich auch mal ein stARTcamp mitveranstalten zu können. Mit dem Museum für Geschichte am Barfüsserplatz, mitten in Basel, haben wir eine tolle Location. Die Sessionvorschläge, die bislang eingegangen sind, klingen für mich ebenfalls sehr viel versprechend. Ich finde, jedes stARTcamp hat einen ganz eigenen Charakter und Charme und ich bin sehr gespannt, wie das in Basel sein wird. Bis in zwei Wochen!

Nachtrag vom 28. August: In der Basellandschaftlichen Zeitung ist einer schöner Artikel über das stARTcamp Basel mit dem Titel «Das Handy gehört ins Museum» erschienen.


2 Kommentare

Christian Henner-Fehr · 30. August 2015 um 6:54

Stimmt, 2010 war das erste stARTcamp in Essen. Das ist ja eigentlich noch gar nicht so lange her und trotzdem erscheint es mir eine ganz andere Zeit gewesen zu sein. Mir gefällt es, dass es immer mehr stARTcamps gibt, nächstes Jahr kommen noch die in Wolfsburg und Hamburg dazu.

In meinen Augen stehen sie für eine Entwicklung, in der nicht das Gegeneinander, sondern das Miteinander, die Vernetzung im Vordergrund steht. Jetzt fehlt noch ein stARTcamp in Südtirol, dann haben wir den ganzen deutschsprachigen Raum „infiziert“. 😉

    Christian Holst · 30. August 2015 um 8:38

    Ja, das Miteinander der Camps passt so gut zum Austausch, der in der digitalen Kommunikation möglich ist. Das gefällt mir auch. Und Südtirol wäre natürlich grandios! 🙂

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