#scmuc12: Lust und Frust der Social Media-Beauftragten

Veröffentlicht von Christian Holst am

Das gestrige stARTcamp München war ein guter Trost angesichts der Tatsache, dass die stARTconference in diesem Jahr nicht stattfinden wird. Es bestätigte eindrücklich, was ich kürzlich im stARTconference-Blog schrieb: Nämlich dass die Idee der stART gelebt wird und auch jenseits der Konferenz viele Menschen erreicht. Mit dem Alten Hof und der alten Münze hatte das Veranstalterteam charmante Räume gefunden. Für die perfekte Organisation und die angenehme Atmosphäre noch einmal herzlichen Dank!

Ich möchte an dieser Stelle nicht auf einzelne Sessions eingehen, sondern einen allgemeinen Eindruck schildern, den ich vom stARTcamp mitgenommen habe: Social Media ist mittlerweile an vielen Einrichtungen angekommen, aber leider alles andere als verankert in den Strukturen, dem Denken und den Strategien (sofern es diese überhaupt gibt!). Nachdem ich eine Weile zugehört hatte, stellte ich eine erstaunliche Diskrepanz fest zwischen der Begeisterung und dem Ideenreichtum, mit der Einzelne sich den Social Media Aktivitäten einer Einrichtung widmen und der praktisch nicht vorhandenen „Management attention“ für dieses Thema. So entstehen immer wieder herausragende Projekte – auf der MuKoMuc und dem stARTcamp waren das z.B. die Ludwig II. App und das Storytelling-Projekt des Stadttheaters Bern. Die Nachhaltigkeit dieser Aktivitäten ist kaum je gewährleistet, wohl aber der Frust der Verantwortlichen. Immer wieder kam mir Axel Kopps Satz in den Sinn, die „Social Media-Beauftragten von Kultureinrichtungen weinen jede Nacht.“ Der Erfolg von Projekten hängt an einzelnen Personen, die sich für wenig Geld aber mit viel Herzblut engagieren. Kein Wunder, wenn sie früher oder später den Absprung wagen und sich eine Betätigung suchen, bei der wenigstens die Bezahlung eine gewisse Wertschätzung für die Arbeit ausdrückt. Die Kultureinrichtungen, die diesen „Braindrain“ im Bereich Social Media erleben, müssen dann oftmals wieder bei Null anfangen, weil die Aktivitäten konzeptionell überhaupt nicht in die sonstige Öffentlichkeitsarbeit eingebunden haben und das Engagement Ihrer Social Media Beauftragten damit ins Leere laufen lassen.

So bleibt als Fazit, dass die guten Ideen da sind und es einige beispielhafte Projekte gibt, zugleich aber die breite, nachhaltige, wenn man so will „strategische“ Verankerung der Social Media-Aktivitäten in die in die allgemeinen Kommunikationsabläufe der Einrichtungen fehlt. Christoph Deeg spricht hier von Social Media als „Querschnittsfunktion“. Ein langer Weg, aber jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. 😉


1 Kommentar

“München leuchtet” – Nachlese zur Tagung “aufbruch. museen und web 2.0″ und stARTcamp : iliou melathron · 30. April 2012 um 14:13

[…] (Kultur 2.0, IT and Art History, Audience+, Kulturbeutel, Das Nest, Kulturmanager, KultUp und Kulturblog). Zudem sind alle Vorträge der Tagung auf Video dokumentiert und die meisten Präsentationen via […]

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