Alles umsonst

Veröffentlicht von Christian Holst am

Vor kurzem habe ich in einem Kommentar im Kulturmanagement-Blog noch behauptet, die Eintrittspreise in deutschen Museen seien kaum ein Grund, der einen vom Besuch abhält. Normalpreise liegen in deutschen Museen mit etwa zwischen 3 und 8 Euro nicht sonderlich hoch, ein Museum das mehr verlangt muss schon ganz schön was zu bieten haben. Außerdem gibt es großzügige Ermäßigungen für allerlei Personengruppen vom Kleinkind bis zum Senioren, des Weiteren Flatrates (Jahreskarten) oder »Happy Fridays« o.ä., wo der Eintritt nichts kostet.

In der Zeit gibt es allerdings einen Artikel, der diese These zu widerlegen scheint. Museen in London und Stockholm konnten enorme Besucherzuwächse verzeichnen, als sie die Eintrittspreise abschafften. Allerdings fehlt in dem Bericht die Information, wie hoch die Eintrittspreise vormals waren. Nichtsdestotrotz gefällt mir die Forderung des Artikels, konsequent auf öffentliche Finanzierung zu setzen, ohne Sponsoring on top, was ja ohnehin nur ein schöneres Wort für öffentlich subventionierte Werbung ist. 😉


3 Kommentare

Engel 7 · 26. Februar 2008 um 23:50

Öffentliche Finanzierung von Kunst, Musik, Museen etc., führt immer zur Zensur bzw. Förderung des „unangepassten“ aber doch den Erwartung entsprechenden Mainstream (z.B. Schlingensief, Kathie W.) und ist somit destruktiv. Im 19. Jhd. gab es auch keine allgemeine „Förderung“ sondern nur punktuelle „Mäzehn“ die dadurch geholfen haben gezielte epochale Werke zu schaffen. Ich möchte kein gefördertes, bestenfalls, Mittelmaß.

CH · 27. Februar 2008 um 13:51

Aber Mäzenatentum im 18. und 19. Jahrhundert war auch nichts anderes als öffentliche Finanzierung (Finanzierung aus Steuergeldern), nur eben nicht demokratisch legitimiert. Öffentliche Finanzierung garantiert die Freiheit der Kunst und die bedeutet auch, dass man scheitern darf. Oder um es mit Woody Allen zu sagen: If you’re not failing every now and again, it’s a sign you’re not doing anything very innovative.

Nicht mehr lange umsonst? | das Kulturblog · 12. Februar 2008 um 21:12

[…] 02/06/2008: Alles umsonst […]

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